Die Narrenzunft Bärentreiber

zunft

 

– früher, jetzt und zwischendurch -

 

Es begann 1988:


Der damalige 1. Vorstand der Faschingsgesellschaft Hallo-Wach, Hans Großnick, saß mit noch
drei Mitgliedern in einer gemütlichen Runde beisammen. Da kam von ihm die Idee, eine
Narrenzunft zu gründen.

 

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Die Gründungsmitgieder 1988

von links nach rechts:

Werner Sutner, Josef Wenisch, Hannes Wagner

 

Die anderen drei, Josef Wenisch, Werner Sutner und Hannes Wagner waren sofort einverstanden und schon war die Zunft beschlossene Sache. Rudi Zobel, der damalige ZM der Laudonia Hexen, wurde zur fachlichen Beratung hinzugezogen und auch Konrad Weber, der Enkel des "eigentlichen Bärentreibers„ und Verfasser der Donaualtheimer Chronik. Dort wurde festgehalten, dass Donaualtheim vor über 100 Jahren noch ein typisches Bauerndorf war.

 

Konrad Weber schreibt:

"Mein 1934 verstorbener Großvater Josef Weber hatte bis ins hohe Alter ein gutes Augenlicht. Einmal aber, am 9. Februar 1909, schien ihn diese Gabe im Stich gelassen zu haben und nach dem Erzählen seiner Zeitgenossen kam das so:

Mit seinem Kuhgespann führte das Bäuerlein, das in seinem Hauptberuf ein Schneidermeister war, eine kleine Fuhre Mist ins Feld hinaus. Plötzlich gewahrte der Fuhrmann auf der leichten Geländeerhebung gegen das Altheimer Ried eine Gestalt, die sich im Winde leicht und sehr merkwürdig fortbewegte. Der besorgte Mann vermutete, da diese seltsame Erscheinung ziemlich weit weg von ihm war und er es nicht genau unterscheiden konnte, einen Bären oder sonst ein wildes ausgebrochenes Tier vor sich zu haben. Bärentreiber kamen damals oft durch das Dorf und Meister Petz mußte für ein paar Pfennige vor den Schaulustigen unter der Dressur seines Herrn ein lustiges Tänzlein aufführen. Kurzum, der Großvater ließ sein Gespann ausruhen und eilte zurück ins Dorf, um den Ziegler Sylvest Herb, der ein erfahrener Jäger war, und andere beherzte Männer holen, die das vermutliche Raubtier erlegen oder gefangen nehmen sollten.

Bald setzte sich ein wackeres Trüppchen, ausgerüstet mit Gabeln und Dreschflegeln in Richtung Hackenberg in Marsch. Der Jäger beobachtete mit seinem Fernglas das Gelände und als sie nahe genug an das Ungetüm herangekommen waren lachte der Waidmann schallend los. Wieder zu Atem gekommen, sagte er: „ Das ist kein Bär oder sonstiges Vieh, sonderen nur ein alter großer Regenschirm, den der Wind hüpfend über die
Felder getrieben hat."

Mein Großvater aber wurde im nächsten Fasching gebührend aufgezogen mit seinen ins Feld gezogenen Bärentreibern, und die Donaualtheimer mußten noch lange hören: „ Ihr Bärentreiber!"

 

Die Narrenzunft war dann 1990 zu dritt als Untergruppe der Laudonia Hexen beim Narrensprung Lauingen dabei.

 

1992 wurde die 1. Zunftmeisterin, Michaela Sutner, gewählt, weitere Mitglieder kamen dazu und von da an ist die Zunft auf vielen Narrensprüngen dabei.

 

1995 wurde der erste Narrenbaum gestellt und ist heute noch die Hauptveranstaltung der Zunft.

Die Bärentreiber haben auch zwei Narrenrufe, was so zustande kam:
Für viele war der eigentliche Narrenruf schwierig zum aussprechen und die Zuschauer haben den Ruf auch verändert.

So wurde aus : „Da mecht ma glei verrecka, des isch a alter Schirm am Stecka" ein einfaches „Bära-Treiber".

Trotzdem hören wir noch vielerorts auch den alten Narrenruf.

Ein Zunftspiel wurde von den Bärentreiber einstudiert, das die Geschichte im Bild wiedergibt.

Dafür wurde eigens eine CD in einem Tonstudio aufgenommen.

Auch außerhalb der Fasnetsaison ist die Gruppe aktiv.
ZM Rudi Mauritz achtet auf den Zusammenhalt und ist auch bereit, neue Mitglieder aufzunehmen.

Die Narrenzunft ist sicherlich eine große Bereicherung innerhalb der Faschingsgesellschaft Hallo Wach und grüßt mit einem dreifachen

  „Bära-Treiber".